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11. Jänner 2021 | Gesundheit

Digitaler Impfpass von Ärzten bisher kaum angenommen

FPÖ-Bundesparteiobmann Hofer: "Nächste Pleite aus dem Gesundheitsministerium - Österreich hinkt in Digitalisierungsfragen weiter hinterher."

Digitaler Impfpass von Ärzten bisher kaum angenommen - FPÖ-Bundesparteiobmann Hofer: "Nächste Pleite aus dem Gesundheitsministerium - Österreich hinkt in Digitalisierungsfragen weiter hinterher."

Foto: Werner Grotte

Der elektronische Impfpass scheint sich zum nächsten „Kaufhaus Österreich“ der Bundesregierung zu entwickeln. Wie bekannt, soll über den E-Impfpass die Zahl der in Österreich verabreichten Corona-Impfungen täglich abrufbar sein. Am Wochenende gab der Bundesobmann der Sektion Allgemeinmedizin in der Ärztekammer bekannt, dass lediglich „zwei Handvoll“ Hausärzte Eintragungen in den E-Impfpass tätigen – bei rund 14.000 praktischen Ärzten in Österreich ergibt das wohl einen Anteil von 99,9 Prozent der Ärzte, die den elektronischen Impfpass nicht nützen. Aus Sicht der Ärztekammer sei die Kostenfrage noch nicht geklärt. Der Dachverband der Sozialversicherungsträger widersprach allerdings dieser Darstellung.

Lange Liste der Anschober-Pannen

„Wer auch immer in dieser Frage recht hat – Faktum ist, dass der elektronische Impfpass alles andere als startklar ist. Verantwortlich dafür ist wieder einmal der Gesundheitsminister. Der nächste Fehler Rudolf Anschobers in einer ohnehin schon langen Liste an Pannen. Der Bundeskanzler muss handeln und eine Persönlichkeit mit Management-Qualitäten und Fachwissen an die Spitze des Gesundheitsministeriums setzen. Im Arbeitsministerium sei dies nach dem Rücktritt Christine Aschbachers durch die Nominierung von Univ. Prof. Dr. Martin Kocher gelungen.“

"Backup-System" mit Zettel und Kuli

Es sei für ein Land wie Österreich blamabel, wie sehr im Bereich der Digitalisierung versagt werde. Den Anfang machten im August 2020 die stundenlangen Wartezeiten an den österreichischen Grenzen, wo die Daten aller Ein- und Durchreisenden auf Papier-Formularen festgehalten werden mussten, was zu Rekord-Staus führte. Es folgte der 600.000 Euro teure Flop „Kaufhaus Österreich“, und schließlich musste das Bundesheer ein „Backup-System“ (Papier und Zettel, Anm.) verwenden, weil an manchen Massentest-Stationen das Computersystem ausgefallen war. Und nun der nächste digitale Bauchfleck mit dem elektronischen Impfpass. Hofer: „Man kann zum elektronischen Impfpass stehen, wie man will. Aber wenn er von 99,9 Prozent der Ärzte zum aktuellen Zeitpunkt nicht verwendet wird, dann ist klar, dass die Einführung schlecht vorbereitet war.“


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